Welche Kamera soll ich kaufen? – Spiegelreflexkameras (DSLR) (3)

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Liebe Freunde der „52-Foto-Aufgaben“,

herzlich willkommen zum Einkaufsratgeber Spiegelreflexkameras, die „großen“ unter den Großen – teuer, schwer – und gigantisch tolle Bilder, wenn man sie zu bedienen weiß.

Auch bei diesen Kameras lasse ich mich nicht hinreißen, eine Marke zu empfehlen. Warum auch – denn die technischen Spezifikationen interessieren dann wirklich nur noch Vollprofis, die auf Millisekunden achten.

DSLR sind allen Kameras in Bildqualität und Geschwindigkeit überlegen. Sie fotografieren unglaublich schnell und auch in schlechtem Licht z. T. sehr gut. Willst du Bewegung einfangen, einen wunderschön verzaubernden unscharfen Hintergrund haben, willst du bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren oder Riesenposter anfertigen, willst du einen schönen Farbumfang erhalten, dann ist die Spiegelreflexkamera für dich das Richtige.

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Bei den Spiegelreflexkameras kann man auch verschiedene Klassen unterscheiden: Einsteiger, Semi-Professionell und Profi-Klasse. Diese unterscheiden sich in der Sensor-Größe.

Ein APS-C Sensor ist kleiner, bringt weniger Details und Farben, kann aber sehr schnell fotografieren und und hat einen eingebauten Vergrößerungsfaktor. APS-C Kameras bieten sich für Reisen, Familien und für Tier- und Actionfotografie an.

Beim sogenannten „Vollformatsensor“ hat man eine unglaubliche Farbtiefe, die man erst glaubt, wenn man sie entwickelt sieht. Doch diese Sensoren sind etwas langsamer und ein 400mm-Teleobjektiv zoomt weniger rein, als es bei einer APS-C Kamera wäre (denn die vergrößert immer noch.) Vollformat-Kameras eigenen sich für (ruhige) Porträt-, Landschafts- und Profifotografie.

Fotografieren lernen ganz einfach: „Fotografieren lernen in 52 Schritten“ für Menschen, die einfach gute Bilder machen wollen. Wähle einfach deinen entsprechenden Kameratyp aus: Spiegelreflexkamera, Digitalkamera & KompaktkameraBridge-Kamera, NEU: spiegellose Systemkamera.

Spiegelreflexkameras sind – und das muss man bedenken – meist eine größere Investition, es bleibt nicht nur beim „Body“, also dem Gehäuse, es geht bald weiter mit Objektiven und mit externen Blitzen. Zugegeben, schöne Bilder kann man auch mit einem Handy machen, wenn man die Kompositionskriterien beherrscht oder ein gutes Gefühl für ein gutes Bild hat. Aber die Technik kann noch einmal ganz viel ermöglichen.

Ihre wahren Qualitäten spiegeln Spiegelreflexkameras in den Wechselobjektiven aus. Sie sind allerdings auch eine langfristige Festlegung. Kaum hat man erste Objektive gekauft, bleibt man bei diesem Hersteller. Es gibt natürlich auch Fremdhersteller wie SIGMA oder TAMRON, doch auch die passen das Bajonett dem Zielhersteller z. B. Canon oder Nikon an und dann ist man auch dort gebunden.

Diese Kamera ist aber keine, bei der man sagt: „Ich denke nichts, ich schieße einfach.“ Denn mit dem AUTO oder P-Modus kann man zwar Bilder machen, doch die sind meist – mit Recht – enttäuschend. Es gibt auch (meist) keine Programme mehr, die du einstellen kannst (z. B. Portraitprogramm oder Landschaftsprogramm), hier musst du dich mit Modi befassen, mit dem Av- oder A-Modus (wo du die Größe des Schärfefelds einstellst), mit dem Tv- oder S-Modus (wo du die Geschwindigkeit des Verschlusses einstellst) oder mit dem M-Modus, wo du völlige Kontrolle über die Verschlusszeit und die Blende hast.

Spezialobjektive gibt es wie Sand am Meer: Makroobjektive (für Nahaufnahmen – 60-105mm), Tele(zoom)objekive (meist für Mensch- und Tierportraits, 70-800mm), Weitwinkelobjektive (meist für Landschaftsaufnahmen bis 24mm), Superweitwinkelobjektive und Fisheye-Objektive (extrem großes „Blickfeld“, bis 14mm), Kreativlinsen (Lensbaby), dann gibt es da verschiedene Varianten je nach Geschwindigkeit des Fokus, nach Brennweite, nach Lichtstärke (je stärker bei schwachem Licht, desto teurer), nach Gewicht und nach Variabilität (da gibt es Zoom-Linsen und Festbrennweiten, bei der Festbrennweite bist du der Zoom, da musst du hin und her laufen.)

Jede Spiegelreflexkamera wird mit einem Standard-Kit verkauft. Und genau das ist er auch: Standard. Nicht sehr gut, aber auch nicht schlecht. Er lässt aber vor allem: sehr viel Spielraum nach oben (auch finanziell.) Wenn du dich auf Landschaftsfotografie einschießen willst, dann halte auch ein Auge nach einem Weitwinkelobjektiv auf (bis 24mm), wenn du Makros machen willst, dann kaufe dir ein Makroobjektiv (65, 105 oder gar 150mm), wenn du kreativ sein willst, schau dir mal Lenzbaby an, wenn du Porträts machen willst, schaue dich nach dem nifty-fifty (50mm, Festbrennweite) oder jedem anderen Telezoomobjektiv ab 65mm um. Für die richtigen Tierschützen geht es erst ab 200mm los und wir reden durchaus von bis zu 800mm, dass sich dabei (bei 800mm) der Preis ins fünfstellige bewegt hat, will ich an der Stelle nur kurz erwähnen. 🙂

Aber man kann sich in vielen Bereichen auch retten: Nahlinsen und Extender-Tubes können auch aus einem normalen Objektiv ein Makroobjektiv machen und Extender können Brennweiten verdoppeln, ohne den Preis zu verfünffachen.

Schaue dir das Standard-Objektiv, das meistens in einem Kit dabei ist, in Ruhe mal an: Zoome mal rein, zoome mal raus und schaue wie viel vom Bild du jeweils siehst. Wenn du Blumen oder Menschen fotografieren willst, dann mache auch mal ein Makrofoto oder ein Foto von einer Person, einfach um zu sehen, wie es herauskommt.

Für Herausforderungen und Tipps und Tricks gibt es diesen Blog oder noch detaillierter und klarer in den „52 Foto-Aufgaben“-Büchern:

Foto-Herausforderungen für jede Woche mit spannenden Tipps und Tricks und klaren Anleitungen findest du in diesen Büchern : 52-Foto-Aufgaben (Sammelband 1 (Bd 1-3) / Band 4). Band 5 erscheint Anfang 2015.

Spiegelreflexkameras sind recht groß und können (z. B. mit einem zusätzlichen Batteriegriff) recht schwer werden. Meine Spiegelreflexkamera mit einem 70-200mm Objektiv wiegt 3,1kg. Und auf dem Rücken trage ich dann mit meinem Fotorucksack noch einmal 5kg, da befinden sich drei weitere Objektive und ein frisches T-Shirt drin. Sport mache ich keinen, mein Workout mache ich am Sonntag, wenn ich auf Foto-Tour gehe. 🙂

Aber die Bilder sind es wert und ich würde nie wieder zurück gehen. Ja, ich habe von jedem Kameratyp eine Kamera. Meine Kompaktkamera nehme ich für Erinnerungen: Das Kino-Ticket, das ich früher ins Fotobuch einklebte, wird jetzt abfotografiert und weggeworfen, meine Bridge-Kamera nehme ich wenn ich eine kleine Reise mache, wo ich keine Zeit habe, weil ich anderen den Weg weisen muss, meine Systemkamera nehme ich mit, wenn ich das Gefühl habe, es könnten Fotos „kommen“, aber wenn ich keine Lust habe, etwas Schweres zu tragen – und meine Spiegelreflexkamera nehme ich mit, wenn ich mich reinwerfe. Die Verteilung liegt allerdings zu 90% auf der Spiegelreflexkamera.

Alle Spiegelreflexkameras bieten Modis an: Av-/A (wo du die Blende, also den Schärfebereich einstellst), einen Tv- oder S-Modus (wo du die Verschlusszeit einstellst) und einen M-Modus, wo du alles einstellen kannst. Bei diesen Kameras hast du umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, wie ISO, Blende, Verschlusszeit, Weißabgleich usw. und sie bieten dir so eine unglaubliche kreative Möglichkeit.

Einsteigerkameras bieten häufig noch Automatikprogramme an, da gibt es verschiedene Varianten, zum Kerngeschäft gehören AUTO, P, Landschaft, Porträt und Nacht – doch diese Programme sind zu schade für eine Spiegelreflexkamera, du verschenkst dir hier ganz viele Gestaltungsmöglichkeiten und diese Programme sind auch der Grund, warum so viele unzufrieden mit den Bildern ihrer Kamera sind – denn sie wissen, es geht besser.

Wenn du eine Spiegelreflexkamera kaufst, dann musst du wissen, dass du dich auf sie einlassen musst. Mit der Zeit wirst du in der Bedienung ebenso schnell wie mit einer Kompaktkamera. Ich sehe eine Situation, stelle fest, was ich brauch und in weniger als fünf Sekunden habe ich die Kamera so eingestellt, wie ich es brauche. Das liegt aber auch daran, dass ich mit den Knöpfen blind einstellen kann und nicht erst mit einem Touch-Screen arbeiten muss.

Problembereiche:

  • zugegeben: teuer
  • zugegeben: schwer
  • zugegeben: gewöhnungsbedürftig
  • wenn sie nur mit Touch-Screen bedient werden, ist der Akkuverbrauch recht hoch (dies gilt auch für eingeschaltete GPS und WLAN-Module)
  • proprietäre Akkus sind Pflicht, du musst also die Akkus des Herstellers (oder Nachbauten) kaufen und die sind teuer.
  • Blitz meist sehr schlecht für die Qualität, die die Kamera eigentlich liefern könnte (-> externer Blitz ist meist nötig)

Einsatzbereiche:

  • aber: wirklich für alles zu gebrauchen, sobald man sich daran gewöhnt hat

Bei Kameras gilt immer: Achte darauf, dass dir die Bedienungsführung zusagt. Ob das Ding nun eine Millisekunde schneller ist als die andere, ist vermutlich in den meisten Fällen nicht so wichtig, wie die Sekunde, die du brauchst, um die notwendigen Einstellungen vorzunehmen. Gehe zu deinem freundlichen Fotohändler und schaue sie dir in Ruhe an.

Eine gute Kamera muss sich von mir intuitiv bedienen lassen und die Bilder, die ich sehe – die müssen mir gefallen. Alles andere ist eine extreme Fixierung auf Zahlen und ich bin eher bildorientiert. Einige meiner schönsten Bilder habe ich auch mit einer kleinen Kompaktkamera gemacht – es kommt häufig auch aufs Bild an. Bei den Spiegelreflexkameras würde ich aber zukünftig noch mehr auf die schnelle Bedienbarkeit achten, als auf alles andere, denn ich will die Zeit nicht damit verbringen, irgendwelche Touch-Screens zu betouchen, denn das dauert mir zu lange.

Ein externes Blitzgerät bietet sich auf jeden Fall an, wenn du in Innenräumen fotografieren willst. Denn selbst wenn die Kamera einen Blitz montiert hat, ist der meist so schlecht wie von einer Kompaktkamera.

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Denn Spiegelreflexkameras sind sehr schnell, sie müssen es auch sein, denn sie wollen häufig auch extrem schnelle Momente einfangen. Sie haben auch eine besser Qualität und halten meist zwischen 30.000 bis sogar 200.000 Spiegelschlägen.

Je nach Modell sind die Gehäuse besser wetterversiegelt. Man macht auch Unterschiede im Gehäuse, ist es Kunststoff oder Magnesit. Sie liegen sehr gut in der Hand und man kann sie häufig auch blind bedienen, wo bei Touch-Screen und Kompaktkameras viel Geduld nötig ist.

Achte auf:

  • Bedienbarkeit (v.a. die schnelle Erreichbarkeit von wichtigen Knöpfen und Drehrädern z. B. zum Einstellen der Fokuspunkte, zum Ändern des ISO-Werts, bzw. der Verschlusszeit oder Blende)
  • Bildausschnitt bei Zoom / und ausgezoomt
  • Gewicht, Größe
  • Preis
  • Wunschobjektiv (und  dessen Preis)
  • Wetterversiegelung des Gehäuses
  • Sensorgröße (Vollformat oder APS-C)
  • Sucher
  • Display (Klappdisplay, Spiegelung, Displaydarstellung bei Sonnenlicht)
  • Auswahl an Objektiven
  • Optionen (WLAN, GPS…)
  • RAW-Dateiformat, das dir eine großartige Nachbearbeitung am Computer ermöglicht

Auch bei Spiegelreflexkameras gilt: Die meisten LCD-Bildschirme sind zu hell und zu farbig eingestellt, es kann gut sein, dass das Bild blasser wirkt, wenn du zu Hause das Foto ansiehst. Um sicherzugehen, solltest du dir die Bilder der Kamera vorher anschauen.

Wenn die Spiegelreflexkamera einen Touchscreen oder ein GPS-Modul hat, dann mache dich darauf gefasst, dass du in Akkus investieren solltest, denn diese beiden Sachen benötigen sehr, sehr viel Energie. Ich würde mir mindestens drei Batterien kaufen: eine, die in der Kamera ist, eine die aufgeladen wird und eine, die ich in der Hosentasche zum Wechseln dabei habe.

Wenn du an technischen Spezifikationen interessiert bist, dann achte auf:

  • Größe des Sensors
  • Bildstabilisierung (gegen kleine Verwackler)
  • Brennweite (minimal und maximal). Sehr gut sind Bereiche zwischen 20mm (guter Weitwinkel) und 200mm (toller Zoom)
  • Geschwindigkeit des Fokus (und damit eine kurze Auslöseverzögerung) für Action-Fotografie
  • Rauschreduktion (wie gut sind die Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen)
  • (Megapixel sind auch hier kein Kriterium mehr, lasse dich davon nicht in die Irre jagen)

Solltest du Fotos im Haus machen wollen, dann achte auf einen guten Blitz und da wird es schwer, denn die Kompaktkameras haben den Blitz auf Augenhöhe, der ist meist Grund für rote Augen. Die meisten Bridge-Kameras bieten Vorabblitze gegen rote Pupillen oder eine Blitzleistungsreduzierung an.

Einige Spiegelreflexkameras haben gar keinen Blitz mehr und so fies es sich anhört, in den meisten Fällen ist das besser so, denn dieser eingebaute Blitz ist wirklich nur ein Notbehelf und nur selten für schöne Bilder verantwortlich, investiere da lieber in einen ordentlichen externen Blitz, besonders, wenn du deine Familie im Haus aufnehmen möchtest.

Wenn du dann deine Kamera hast, dann schaue doch mal in meine Bücher, meine Serie „Fotografieren lernen in 52 Schritten“ für Menschen, die einfach gute Bilder machen wollen. Wähle einfach deinen entsprechenden Kameratyp aus: Spiegelreflexkamera, Digitalkamera & KompaktkameraBridge-KameraNEU! spiegellose Systemkamera.

Nächste Woche geht es weiter mit der (tada) spiegellosen Systemkamera.

Bis dahin, herzlichst, Euer Alex.

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Kategorien:Fotografie

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