Gebäude fotografieren (2): Historische Gebäude (stürzende Linien gerade rücken)

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Liebe Freunde der „52 Foto-Aufgaben“,

weiter geht es mit Gebäudefotografie, heute betrachten wir uns historische Gebäude. (Mehr zum Thema „Städte schön fotografieren“ findest du hier in den beiden Bänden 52 Foto-Aufgaben: Reisefotografie: Stadt.) Wenn Gebäude unter dem Aspekt der Zeit fotografiert werden, dann wurde schon eine Entscheidung getroffen: Die Zeit und die damit verbundene Atmosphäre wird zum Hauptvermittlungsaspekt und diesen gilt es festzuhalten.

Die Wahl des richtigen Objektivs ist bei einer Betrachtung im Ganzen ein Universal- oder Teleobjektiv, bzw. ein Tilt-Shift-Objektiv, wenn man es sich leisten kann. Gerade historische Gebäude will man eher ohne konvergierende Linien fotografieren, die beim Weitwinkel auftreten, wenn die Linien quasi zusammenstürzen und das Gebäude schief dasteht.

Gehe also recht weit weg, damit du das Gebäude auf das Bild bekommst und fotografiere. Wenn du ein Weitwinkel benutzt, kannst du auch so den Effekt der stürzenden Linien umgehen: Gehe weit weg und zoome rein, dann stürzen die Linien nicht so.

Problematisch ist es natürlich, wenn du nicht weit weg kannst, weil du dem Gebäude sehr nahe stehst. Dann musst du einen Tod sterben: ein Tilt-Shift-Objektiv mit einer Brennweite eines Weitwinkels kaufen – oder mit stürzenden Linien eines Weitwinkelobjektivs leben. Natürlich kannst du auch – in gewissen Maßen – am Computer z. B. in Lightroom stürzende Linien herausrechnen lassen, dann wird das Gebäude gerade gerückt – aber meist auch gestaucht und es entspricht dann auch nicht den Dimensionen des Originalbildes.

Gehe in Adobe Lightroom auf „Entwickeln“ – „Transformieren“ und wähle dort „AUTO“ oder „mit Hilfslinien“, mit Letzterem zeichnest du zwei (nicht mehr!) Hilfslinien ein, die zeigen, welche beiden Mauern/Säulen gerade sein sollen. Mit diesen Informationen wird das Bild entsprechend gerade gerückt.

Wenn du kannst, dann versuche Details vom Kontext hinzuzufügen: Der Fluss, der sich um die Mühle windet, das riesige Wasserrad oder die Anlegestelle der Zehntscheuer. Versuche im gleichen Augenblick moderne Elemente zu eliminieren: Autos, Motorräder oder Hovercrafts sollten – wenn möglich – nicht zu sehen sein, es sei denn, du legst es auf den kreativen Kontrast, der dadurch entsteht, an, was durchaus auch seine Berechtigung haben kann.

Hast du diesen Kontext nicht, so versuche das Gebäude möglichst formatfüllen abzubilden, dann wirkt es schlicht mächtiger und wir können die Details mit dem Auge erkennen.

Historische Gebäude haben meist sehr viele Details. Diese Liebe zu den Details kann man mit einem Teleobjektiv wunderbar festhalten und hervorstellen, z. B. Gargoyles, Verzierungen, Tür- oder Fenstergriffe: Gehe nah ran. Wenn du den Winkel reduzierst, wenn du dich weiter entfernt aufstellst, dann wirken diese Details quasi wie auf Augenhöhe.

Es kann sich auch lohnen, beim gegenüberliegenden Gebäude mal anzufragen, ob man im vierten Stock auf den Balkon darf, um den Wasserspeier der Kirche gegenüber herzuzoomen.

Schau doch mal in meine „52 Foto-Aufgaben: Fotografieren lernen…“-Reihe und finde heraus, wie du noch bessere Fotos machen kannst. Einfach und verständlich erklärt, Schritt für Schritt erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad. Wähle einfach deinen Kameratyp: Spiegelreflexkamera, Digitalkamera & KompaktkameraBridge-Kamera und spiegellose Systemkamera.

4 Fotografieren-lernen Bände

Bis zur nächsten Woche!

Euer Alex.

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Kategorien:Bildkompositionskriterien, Fotografie, Fotografie, Fotografie für Anfänger, Fotografie Grundlagen, Fotografieren lernen, stürzende Linien korrigieren

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